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ACHTUNG: Sonderöffnungszeiten

Liebe Gäste, bitte beachten Sie die Sonderöffnungszeiten der Karlsruher Bäder am Donnerstag, den 14. Dezember 2017, sowie über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel. Alle Informationen erhalten Sie auf den jeweiligen Öffnungszeitenseiten der einzelnen Bäder sowie in der Gesamtübersicht.

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Historie

1867

Der Bau des damaligen "Vierordtbades" geht auf eine Stiftung des Bankiers Heinrich Vierordt zurück. Er hat 1867 der Stadt 60.000 Gulden für wohltätige Zwecke vermacht. Er stiftete diesen Betrag allerdings nicht in der Absicht, damit ein Bad zu bauen, sondern eine Markthalle. Darob gab es jedoch größte Empörung bei den Marktfrauen, die begreiflicherweise genau wie ihre Altvorderen die Erzeugnisse auf der Straße feilbieten wollten. So kam es schließlich doch zu einem Bad, das nach seinem Stifter Vierordtbad getauft wurde. Ein weiterer großzügiger Mäzen des Bades war der Maler Wilhelm Klose, der den Brunnen stiftete.
Die damals direkt an den Stadtgarten angrenzenden Gebäude wurden von Oberbaudirektor Josef Durm (1837 - 1919) entworfen, der auch die Bauausführung begleitete. Gebaut wurde von 1871 bis 1873.
Das Vierordtbad ist dabei nicht, wie oft angenommen, im Jugendstil errichtet worden. Vielmehr war Durm, der das Stadtbild Karlsruhes mitgeprägt hat, dem Historismus verpflichtet. Er war ein Hauptvertreter der Neorenaissance italienischen Vorbilds.

1873

Eröffnung war am 3. April 1873. Es entstanden Wannenbäder, verschiedener Klassen nach Herren und Damen getrennt. Die großen Wohnhäuser hatten damals in der Regel keine Bäder, weshalb der Bedarf an öffentlichen Wannenbädern gegeben war. Dampfbäder und die Kurabteilung rundeten das Angebot in der heutigen Therme ab. Mittelpunkt der Anlage war schon damals die majestätische Rotunde mit dem eindrucksvollen Kuppeldach.

1874 - 1892

Vergrößerung, 1879 und 1884 Verbesserung der Heizungsanlage, 1887 Einbau einer Gasbeleuchtung. Das Freskobild wird 1892 aus einer Stiftung des Malers W. Klose durch Prof. Robert Ulke (München) in Mosaik neu hergestellt. Die Kuppel ist im Inneren durch vier von W. Klose geschaffenen und der Stadt geschenkten Landschaften geschmückt.

1898 - 1900

Bisher wurden hauptsächlich Wannenbäder angeboten. Der Wunsch in einer Halle ganzjährig ein Schwimm- und Badebecken vorzuhalten kam auf. Die Erweiterung der Badeanlage erfolgte durch den Stadtbaurat Wilhelm Strieder. Es wurde die Schwimmhalle mit dem Bassin 28,70 x 10,70 Meter, größte Tiefe 2,80 Meter errichtet. Außerdem entstand die neue Kurabteilung mit Warm- und Kaltwasserbecken, mit etlichen weiteren Einrichtungen und 40 auf zwei Geschosse verteilte Auskleide- und Ruhezellen. Neueröffnung der Badeanlage nach diesem großen Um- und Erweiterungsbau war am 2. Juli 1900. Anschließend an das Kurbad wurden neue Räume für die Wäscherei und das Kesselhaus mit allem Zubehör erstellt. Es gab Planungen, in Verlängerung des Westflügels, eine weitere Schwimmhalle für Frauen zu errichten. Eine Realisierung fand jedoch nie statt. Stattdessen wurde in unmittelbarer Nachbarschaft zum Vierordtbad das Tullabad gebaut und im Jahr 1955 eröffnet.

1938

Erste größere Sanierungen erfolgten in der Schwimmhalle. Die herrlichen Stuckarbeiten an der Decke und im Kabinenbereich wurden leider entfernt. Die großzügigen Holzkabinen wurden durch schmalere Kabinen ersetzt. Sowohl an den Wandflächen, als auch den neuen Kabinen wurden die grünen Majolika-Fliesen verlegt. Zudem wurden Teile der Technik saniert.

1944 - 1959

1944/45 Kriegsbedingte Schließung für 8 Monate. 1950 lobt der Bäderfachmann "Mr. Nicolls" aus Los Angeles USA die Technik der Schwimmhalle. Das Wasser wird alle 8 Stunden einmal durch Sandfilter gereinigt und chloriert. Nachdem Pläne existierten, doch noch eine zweite Schwimmhalle zu errichten (diese war als Frauenbad ja bereits 1900 angedacht), entschied man sich schließlich zum Bau des Tullabades. Das Tullabad eröffnete 1955, damals mit weltweit beachteter modernster Technik. Das Wasser der Schwimmhalle des Vierordtbades wurde ab diesem Zeitpunkt ebenfalls im Tullabad aufbereitet. Zwei mächtige Gussleitungen (DN 300), die in einem unterirdischen Gang verlegt wurden, verbanden beide Bäder. 1959 weitere Renovierungsarbeiten.

1959

Anbau eines eingeschossigen Gebäudes für Unterwassermassage im Süden des Westflügels. Nutzfläche ca. 90 m².

1960

Neuer Eingang für die Schwimmhalle von der Ettlinger Strasse aus im nüchternen Stil der Sechzigerjahre.

1962 – 1964

Das Kurbad von 1900 befand sich in einem recht schlechten Zustand. Insbesondere gab es Feuchtigkeitsprobleme in den Räumen, in denen sich die Becken befanden. Außerdem war die Anzahl der Umkleidekabinen nicht mehr ausreichend. Planungen, lediglich den zweigeschossigen Umkleidetrakt durch einen Neubau zu ersetzen wurden gemacht, doch entschied man sich für einen Abriss und Neubau des gesamten Kurbades. Im Schriftwechsel aus der damaligen Zeit, ging es um wirtschaftliche Überlegungen. Im Juni 1962 wurde mit dem Abriss begonnen, aus heutiger Sicht leider sehr schade. Den nüchternen Bau im Stil der 60. Jahre plante der Architekt Hans-Jürgen Lau. Die Wiedereröffnungsfeier fand am 15. Mai 1964 statt. In dem eingeschossigen Bau befanden sich ein großer Umkleidebereich, Heiß- und Warmlufträume, Dampfräume sowie ein Warmwasser- und Kaltwasserbecken. Über den Becken schuf der Karlsruher Künstler Carl Egler (1896 bis 1982) ein imposantes Wandbild aus einzigartigen Majolika-Fliesen.

1967 - 1990

1967 Erneuerung der Fliesen des Beckens in der Schwimmhalle. Weitere Sanierungsmaßnahmen, etwa Einbau von Saunen im Kurbad. 1977 Erneuerung der Duschen und des Kassenbereichs in der Schwimmhalle. 1984 Einbau von Massagedüsen und der Schwallbrause im Schwimmbecken.

1981

Fertigstellung des sogenannten "Böhlerbaus" als Ersatz des Gebäudes für Unterwassermassage von 1959. In diesem Bau befand sich bis 2016 ein Whirlpool und ein Ruheraum.

1996

Umgestaltung des Kurbads zum Gesundheitszentrum in mehreren Bauabschnitten: Errichtung verschiedener Saunahütten im westlichen Innenhof. Umgestaltung und Verlegung des Umkleidebereichs.

2002 - 2005

Im August 2002 wird die Schwimmhalle für eine umfassende Sanierung geschlossen. Unter Berücksichtigung von Gegebenheiten des Denkmalschutz entsteht im historischen Gebäude eine moderne Badeanlage mit zwei Becken und zeitgemäßer, energiesparender Technik.
Ab Mai 2004 wird im Gesundheitsbad die immer noch vorhandene Dampfheizung auf Fernwärme umgestellt. Dabei muss die komplette Lüftungsanlage in diesem Bereich ersetzt werden. Durch den Einbau von Wärmerückgewinnungsanlagen wird der Energieverbrauch nach der Sanierung erheblich geringer sein.
Feierliche Eröffnung nach dieser umfangreichen Sanierung war am 29. Januar 2005 durch den Oberbürgermeister Heinz Fenrich. Durchgeführt hat die Sanierung das Karlsruher Architekturbüro MauL.FischeR.